Du willst Beats, Bass und Melodien direkt aus den Fingern entwickeln, ohne jedes Mal den Rechner zu öffnen? Der Novation Circuit Tracks verbindet zwei Synthesizer, vier Drum-Spuren und zwei MIDI-Spuren in einer kompakten Groovebox. Ich zeige, wie das Gerät in der Musikproduktion funktioniert, wo es im Live-Einsatz stark ist und welche Grenzen du vor dem Kauf kennen solltest.
Eine kompakte Groovebox für schnelle Ideen und mobile Performances
- Acht Spuren kombinieren Synthesizer, Drums und externe MIDI-Geräte.
- Vier Stunden Akkulaufzeit ermöglichen Musikproduktion ohne Steckdose.
- Zwei sechsstimmige Synth-Spuren liefern Akkorde, Bässe und Leads.
- Pattern, Scenes und Pattern Chains machen aus kurzen Loops spielbare Arrangements.
- Rund 340 bis 350 Euro sind 2026 im deutschen Handel ein realistischer Preisbereich.

Was der Novation Circuit Tracks tatsächlich bietet
Der Circuit Tracks ist keine klassische Workstation mit großem Display, sondern eine hands-on Groovebox. Du programmierst Beats, spielst Synth-Noten über das beleuchtete Pad-Raster ein und veränderst Klangparameter mit Drehreglern. Genau diese direkte Bedienung macht den Unterschied, wenn eine Idee nicht erst durch mehrere Menüs laufen soll.
Im Zentrum stehen zwei sechsstimmig polyphone Synth-Spuren. Sie eignen sich für Akkorde, Pads, Basslinien und kurze Melodien. Dazu kommen vier samplebasierte Drum-Spuren, die One-Shot-Samples abspielen. Das Gerät kann eigene Samples nicht direkt aufnehmen, du verwaltest Sounds und Projekte stattdessen über Novation Components und eine microSD-Karte.
Die beiden MIDI-Spuren steuern externe Synthesizer, Drumcomputer oder andere MIDI-Instrumente. Für ein kleines Setup ist das erstaunlich nützlich. Ich sehe den Circuit Tracks deshalb weniger als isoliertes Spielzeug und eher als zentralen Taktgeber für ein mobiles Hardware-Rig.
| Bereich | Funktion | Praktischer Nutzen |
|---|---|---|
| Synthesizer | 2 Spuren mit je 6 Stimmen | Akkorde, Bässe und Lead-Sounds |
| Drums | 4 samplebasierte Spuren | Kick, Snare, Hi-Hats und Percussion getrennt programmieren |
| MIDI | 2 externe MIDI-Spuren | Weitere Synthesizer und Drumgeräte sequenzieren |
| Sequencer | Patterns, Chains und Scenes | Loops bauen und live zu längeren Strukturen verbinden |
So entsteht ein Track auf dem Gerät
Der typische Workflow beginnt mit einem Pattern von bis zu 32 Steps. In der Drum-Ansicht setzt du Schläge direkt auf die Pads. Bei den Synth-Spuren wechselst du in die Notenansicht und spielst entweder einzelne Töne ein oder setzt sie Schritt für Schritt. Anschlagdynamische Pads sorgen dabei für mehr Bewegung, auch wenn die Eingabe zunächst sehr gridbasiert bleibt.
Von der Idee zum Groove
Ich würde mit einem einfachen Fundament anfangen: Kick auf den Grundschlägen, Snare auf Zwei und Vier, danach eine kurze Bassfigur. Erst wenn der Groove trägt, kommen Hi-Hats, Percussion und Synth-Flächen hinzu. Der Master-Filter, Sidechain-Kompression sowie Delay und Reverb helfen anschließend, den Loop live größer und bewegter wirken zu lassen.
Jede Spur kann mehrere Patterns speichern. Diese lassen sich zu Pattern Chains verbinden, während Scenes mehrere Pattern-Ketten gleichzeitig aufrufen. So wird aus einem acht- oder 16-taktigen Loop ein Intro, eine Strophe, ein Break und ein Drop, ohne dass du eine klassische Timeline bedienen musst.
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Warum die Bedienung für Live-Musik funktioniert
Die 32 RGB-Pads zeigen nicht nur Noten und Steps, sondern auch Mutes, Scenes und Pattern-Zustände. Dadurch erkennst du schnell, welche Teile aktiv sind. Für Live-Performances im Bereich Hip-Hop, House, UK Garage oder experimenteller Elektronik ist das wertvoll, weil du Arrangement und Sound gleichzeitig bearbeiten kannst.
Die vier Drum-Spuren sind allerdings keine vier vollwertigen Sampler. Sie spielen jeweils ausgewählte Samples ab und bieten grundlegende Bearbeitungen wie Tuning, Decay, Distortion und EQ. Wer Samples schneiden, rückwärts abspielen oder umfangreich resamplen möchte, ist mit einem spezialisierten Sampler besser bedient.
Produktion im Studio und unterwegs
Mit seinen Maßen von etwa 240 × 210 × 45 Millimetern und einem Gewicht von rund 0,78 Kilogramm passt der Circuit Tracks problemlos in einen Rucksack. Der integrierte Akku hält laut Hersteller bis zu vier Stunden. Ein Kopfhörerausgang fehlt ebenso wenig wie zwei Audioeingänge, Stereoausgänge, USB-C und klassische fünfpolige MIDI-Anschlüsse.
Die Audioeingänge sind für Line-Level-Signale gedacht. Du kannst also beispielsweise einen Synthesizer oder einen Mixer anschließen und das Signal in dein Setup einbinden. Eine Gitarre mit schwachem Instrumentensignal oder ein Mikrofon benötigen dagegen meist zusätzliche Vorverstärkung.
Im Studio kann das Gerät als Ideenmaschine, MIDI-Sequencer oder Ergänzung zur DAW arbeiten. Die Stärke liegt in der Geschwindigkeit: Ein Beat steht oft, bevor ein Softwareprojekt vollständig eingerichtet ist. Für die finale Aufnahme und Mischung bleibt eine DAW trotzdem sinnvoll, besonders wenn du viele Spuren, Automation oder detaillierte Klangbearbeitung brauchst.
Die Speicherlogik ist großzügig genug für regelmäßige Arbeit. Ohne microSD-Karte bleibt ein Pack intern verfügbar, mit Karte lassen sich bis zu 32 Packs verwalten. Ein Pack enthält Projekte, Synth-Patches und Samples. Für ein Live-Set solltest du die benötigten Sounds vorher sauber sortieren, sonst verlierst du während des Auftritts unnötig Zeit beim Suchen.
Für wen sich der Kauf lohnt und für wen nicht
Im deutschen Handel liegt der aktuelle Preis 2026 meist bei etwa 340 bis 350 Euro, abhängig von Händler, Angebot und Lieferumfang. Das ist attraktiv, wenn du ein eigenständiges Gerät mit Synthesizer, Drums und MIDI-Steuerung suchst. Der Preis wirkt weniger überzeugend, wenn du ausschließlich ein paar Drumloops für deine DAW erstellen möchtest.
| Du suchst ... | Passt der Circuit Tracks? | Warum |
|---|---|---|
| Schnelle elektronische Skizzen | Sehr gut | Direkte Eingabe, kurze Wege und sofort spielbare Patterns |
| Ein mobiles Live-Setup | Sehr gut | Akku, kompakte Maße und Scene-Steuerung |
| Viele externe Instrumente | Gut mit Einschränkung | Zwei MIDI-Spuren reichen für kleine Setups, nicht für große Rigs |
| Sampling und Sounddesign | Eher eingeschränkt | Keine direkte Sample-Aufnahme und begrenzte Bearbeitung |
| Komplexe Studioarrangements | Nur als Ergänzung | Für Mix, Automation und lange Audioprojekte bleibt eine DAW flexibler |
Im Vergleich zum Circuit Rhythm ist das Tracks-Modell stärker auf polyphone Synthesizer und externe MIDI-Geräte ausgerichtet. Der Rhythm ist die bessere Wahl, wenn Sampling, Slicing und umfangreiche Drum-Bearbeitung im Vordergrund stehen. Wer dagegen mit Akkorden, Basslines und Hardware-Synths arbeiten möchte, bekommt mit dem Tracks die vielseitigere musikalische Basis.
Der häufigste Fehlkauf entsteht meiner Erfahrung nach durch falsche Erwartungen an die Synth-Engines. Die acht Makro-Regler fühlen sich unmittelbar an, ersetzen aber keinen vollständigen Synthesizer-Editor am Gerät. Für tiefere Patch-Bearbeitung brauchst du Novation Components am Computer.
Typische Fehler beim Einstieg
Viele beginnen mit zu vielen Spuren gleichzeitig und verlieren dadurch den roten Faden. Ich empfehle ein Projekt mit nur Kick, Bass und einer Synth-Figur. Wenn dieser Kern funktioniert, lässt sich der Rest gezielt ergänzen, statt den Loop mit Effekten und Sounds zu überladen.
- Zu lange Patterns: Starte mit 16 Steps und erweitere erst, wenn die Variation wirklich nötig ist.
- Keine Pattern-Varianten: Erstelle für Chorus, Break und Drop eigene Versionen statt nur Spuren stummzuschalten.
- Übertriebene Effekte: Delay und Reverb wirken schnell spektakulär, verschlechtern aber den Mix, wenn jedes Element denselben Raum bekommt.
- Falsche MIDI-Erwartung: MIDI überträgt Noten und Steuerdaten, aber kein Audio. Ein externer Synthesizer braucht zusätzlich eine Audioverbindung.
- Unsortierte Packs: Benenne und gruppiere deine Projekte vor einer Performance, damit der kreative Flow nicht an der Dateiverwaltung scheitert.
Für Live-Musik lohnt sich außerdem ein kurzer Belastungstest. Prüfe Akku, Kabel, MIDI-Kanäle und Audiopegel vor dem Auftritt. Besonders bei externen Geräten sollte der Circuit Tracks als Master Clock eindeutig festgelegt sein, damit Tempo und Pattern-Wechsel synchron bleiben.
So holst du aus der Groovebox mehr heraus
Der größte kreative Gewinn entsteht, wenn du das Gerät nicht nur als Step-Sequencer verwendest. Spiele Synth-Parts live ein, automatisiere Filterbewegungen über die Makro-Regler und nutze Scenes als musikalische Abschnitte. Dadurch bleibt der Track beweglich und klingt weniger nach einer endlosen Loop-Schleife.
Für Urban- und Beat-orientierte Produktionen funktioniert ein klarer Aufbau besonders gut. Ein trockener Drum-Loop bildet das Fundament, die erste Synth-Spur übernimmt den Bass, die zweite liefert Akkorde oder eine kurze Hook. Über die MIDI-Spuren kannst du anschließend einen externen Synth für eine markante Leadline und ein weiteres Gerät für zusätzliche Percussion einsetzen.
Ich würde den Circuit Tracks außerdem nicht isoliert beurteilen. Seine wirkliche Stärke zeigt sich in Kombination mit einem kleinen Mixer, einem Kopfhörer und einem einzigen externen Klangerzeuger. Schon dieses minimalistische Setup reicht, um Ideen unterwegs zu entwickeln und später im Studio weiter auszubauen.
Die richtige Entscheidung für dein Setup
Der Novation Circuit Tracks ist besonders stark, wenn du ohne Computer produzieren, kurze Patterns spontan verändern und ein überschaubares Hardware-Setup steuern möchtest. Seine Grenzen liegen bei direkter Sample-Aufnahme, tiefem Synthesizer-Sounddesign und sehr großen Arrangements.
Für Einsteiger bietet er einen schnellen Zugang zu Sequencing und elektronischer Musikproduktion. Fortgeschrittene Produzenten schätzen vor allem die Kombination aus Akku, MIDI-Steuerung und Live-Arrangement. Wenn du diese Arbeitsweise suchst, ist die Groovebox auch 2026 noch eine überzeugende, gut fokussierte Wahl.
